Am Mittwoch, dem 29. Juni 2016 erwies uns der Zeitzeuge George Shefi aus Israel die Ehre, uns an seinen Erfahrungen im und nach dem Nationalsozialismus teilhaben zu lassen. Das Institut Neue Impulse organisiert Zeitzeugenbegegnungen nun schon seit 16 Jahren durch, so war Shefi auch nicht das erste Mal bei uns!

Mit einem kleinen Dinner begrüßte unser Seminarkurs gemeinsam mit einigen Lehrer unsere Gäste. Anschließend berichtete uns der Zeitzeuge in einer größeren Runde  von seinem Leben unter dem Schatten des Holocaust.

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Zur Eröffnung legte er uns nahe, dass niemand von uns und auch nicht die vorherige Generation Mitschuld hat an dem was passiert ist. Stattdessen gab er uns zu verstehen, wie wichtig es ist, das Geschehene aufzuarbeiten und zu begreifen und somit Sorge zu tragen, dass ähnliches nicht noch einmal passieren kann.

Shefi wurde 1931 in Berlin geboren und erlebte die Folgen der Reichskristallnacht 1938 am eigenen Leib. Die Lage für die Juden spitzte sich immer mehr zu und so entschied sich seine Familie ihn mit  auf die von der englischen Regierung organisierten Kindertransporte zu geben. Was es bedeutet im Kleinkindalter aus der Familie gerissen zu werden, ist nicht in Worte zu fassen und das die Kinder psychisch und seelisch nicht unbeschadet blieben, liegt offen auf der Hand. Während er in England recht sicher leben konnte, verblieb seine Familie in Deutschland wo sie zunächst Zwangsarbeit verrichteten, schließlich deportiert wurden und wie viele andere nie zurück kehrten. Mit 9 Jahren kam er mit einem Truppentransport kanadischer Soldaten nach Kanada und schließlich zu seinem Onkel in die USA. 8 Jahre später emigrierten beide nach Israel und lebten dann in Kibuz.

Als Shefi seine Geschichte erzählt hatte, nutzen einige Schüler die Möglichkeit  ihn Fragen zu stellen.
Der Tag hat uns positiv überrascht und es war sehr interessant, denn lebendiger als mit Zeitzeugen persönlich kann man Geschichte wohl kaum weitergeben.

Durch dieses Aufeinandertreffen wurde uns erst richtig bewusst, dass der Nationalsozialismus vor über 70 Jahren endete und in die Geschichte einging, aber durch die Zeitzeugen noch heute aktuell ist. Umso wichtiger ist es, dass wir weiter aus den Schattenjahren lernen, unser Wissen weiter geben um dafür zu sorgen, dass diese Geschichte Geschichte bleibt.

Ein großes Dankeschön geht an alle Beteiligten und alle die dieses Aufeinandertreffen erst möglich gemacht haben.